Duke Nukem 9/11 – War on Modding

September 1, 2007

Wer die Seite „about histucation“ gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich mich seit 1996 kreativ mit dem Medium Computerspiel beschäftige. Damals habe ich ein Mod zu dem Spiel “Duke Nukem 3D” mit der mitgelieferten “Build-Engine” gebastelt. Mehr als 10 Jahre später ist die Engine von Duke Nukem 3D Teil in einem Modding-Battle. Anscheinend wurde auf Basis der „Build-Engine“ zunächst Quest for Saddam und nun Quest for Bush produziert.

Nach einem Blick in das Spiel (download-link siehe unten) vermute ich dass das Spiel auf dem von der Duke-Community entwickeltem Highres-Pack (HRP) basiert, den es werden „hochauflösende“ Texturen sowie dreidimensionale Modelle anstelle der ursprünglichen 2D-Sprites geboten. In Zeiten von Second Life muss ich zugeben, dass die damalige Grafik gar nicht so schlecht war…

Quest for Bush:

„Quest for Bush“ ist weder neu noch besonders originell – genau genommen ist es nichts weiter als eine umkopierte und mit neuen Tapeten versehene Version von „Quest for Saddam“, das wiederum ursprünglich „Quest for Al-Qa’eda“ hieß. Beides waren schlichte Versuche eines jungen Amerikaners namens Jesse Petrilla, die US-amerikanische Wut nach dem 11. September 2001 in eine spielbare Form zu gießen. Das Internetmagazin „Salon.com“ interviewte den damals 19-jährigen Petrilla schon im Jahr 2002. Die simplen 3-D-Ballereien, verriet er damals, basieren auf der Technik eines noch älteren Shooters: „Duke Nukem 3D“ kam im Jahr 1996 auf den Markt

Aus dem Artikel: PROPAGANDA-SHOOTER – Ballern für Bin Laden vom 16. September 2006 auf spiegel.de

Als Produzent von Quest for Bush wird die „Global Islamic Media Front“ (GIMF) genannt. Die Autoren von „Quest for Bush“ machten sich nicht einmal die Mühe, den Namen der Systemdatei zu ändern, wie der Screenshot auf spiegel.de zeigt

mehr:


Serious Mods

August 4, 2007

In meinen Posts: Eduventure mit historischem Szenario, Revolution: ein “serious-mmorpg”, Teil 2 und historiCanada – serious mod für Civilization habe ich über Serious Games mit historischer Thematik berichtet. Alle drei Spiele sind Modifikationen (sogenannte Mods) kommerzieller Titel. Eduventure II bedient sich Oblivion, Revolution nutzt die Engine von Neverwinter Nights und historiCanada basiert auf Civilization.Eduventure II zum Beispiel wurde warscheinlich mit dem The Elder Scrolls IV Construction Set erstellt. Dies ist der erneuerte und überarbeitete Editor zum Spiel Oblivion. Das Programm wird nicht mit dem Spiel ausgeliefert, sondern ist zum kostenlosen Download erhältlich (u.a. auf der Website cs.elderscrolls.com), allerdings in einer ausschließlich englischsprachigen Fassung.

Neben den Vorteilen einen kostengünstigen und schnellen Entwicklung gibt es jedoch auch einige Nachteile gegenüber der eigenständigen Entwicklung von Serious Games für den Unterricht. Die ist zum einen die Abhängigkeit vom Original-Titel. Denn wenn der Original-Titel von der USK oder PEGI als nicht jugendfrei eingestuft wird, wird die schon die Beschaffung schwer. Von eventuellen Beschwerden besorgter Eltern einmal abgesehen, dass die Kinder im Unterricht mit einem „Shooter“ spielen. Oblivion ist z.B. von PEGI mit „16+“ eingestuft. Eine weitere Hürde kann zumindest in den ersten Monaten nach Veröffentlichung der Preis des Original-Titels darstellen. Danach gibt es die meisten Titel relativ günstig. Beispiel: Oblivion bei Amazon.de derzeit für 29,89 EUR.


Eduventure mit historischem Szenario

August 4, 2007

inspired by: „Serious Games: Schlusslicht Deutschland“ vom 19. März 2007 auf cyberwizard.de

“Festung Koblenz” ein First-Person-Game um die Besetzung der Festung durch Preußen im Jahr 1848. Geschichtliche Informationen sind als zu findende Geheimdokumente integriert, mutigerweise sind diese für den Erfolg des Spielers aber nicht erforderlich.“

Bilder: eduventure.de

Aus der Projektbeschreibung:

Das Eduventure-Projekt untersucht Lern- und Rezeptionsprozesse bei digitalen Lernspielen und erarbeitet Orientierungsgrundlagen für das Design interaktiver Computerspiele zur Wissenskommunikation.

Hierfür wird ein Rollenspiel-Adventure, als Modifikation des Spieles Oblivion, mit kulturhistorischem Curriculum erstellt, dessen Lerninhalte auf unterschiedlichen semiotischen Ebenen (Gameplay, Simulation, Storytelling) kodiert werden.

Neben Rezeptions- und Lernprozessen sollen so Einflüsse der Kodierungsebenen auf Lern-, Behaltens- und Transferleistungen der Lerner untersucht werden. Auf Basis der Ergebnisse sollen schließlich Orientierungsgrundlagen für das Design digitaler Lernspiele erarbeitet werden. Das Projekt wird seit März 2006 vom Institut für Computervisualistik / Institut für Wissensmedien der Universität Koblenz durchgeführt. Es ist als Teilprojekt in das interdisziplinäre Forschungsprojket Visuelle Wissenskommunikation integriert.

Zur Website des Spiels

Mehr Infos zum Spiel unter „Ernsthaft spielen“ von Matthias Oborski vom 20. März 2007 auf zeit.de

Das Spiel setzt auf ein historisches Szenario: Es spielt auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz zur Zeit der Revolution von 1848, wobei der Spieler in die Rolle eines Diebes schlüpft. Er erlebt hautnah die Konflikte zwischen der deutschen Bevölkerung im Rheinland mit den preußischen Provinzherren. Als Spielcharakter übernimmt er für eine Frau, die im Auftrag einer anonymen grauen Eminenz arbeitet, den Auftrag, die als militärisch uneinnehmbar geltende preußische Festung Ehrenbreitstein zu infiltrieren, Schwachpunkte ausfindig zu machen und geheime Dokumente zu stehlen. Die Lerninalte werden dabei in unterschiedlichen Ebenen versteckt: über das Gameplay (z. B. zu erledigende Aufträge und deren Lösungswege), über Simulation (z. B. virtuelle Modelle und Texturen, Leveldesign, Abläufe auf der Festung) und über die Story (z. B. Verhalten der Charaktere, Spielhandlung, Hintergrundgeschichte).


Doomed – E-learning mit einem first-person-shooter

Juli 15, 2007

DoomEd ist ein Lernspiel im first-person-shooter-Gewand. DoomEd kombiniert Wissenschaft und Geschichte mit FPS-Action.

DoomEd ist ein Mod für Halflife 2. DoomEd kann kostenlos heruntergeladen werden, benötigt aber eine installiert Version von Halflife 2. Ein Video kann hier betrachtet werden. Das Spiel wurde in eine gemeinsamen Projekt von DESQ und der School of Education an der University of Wolverhampton entwickelt. Im Rahmen des Projektes haben Karl Royle und Richard Clarke den Artikel „Making the case for computer games as a learning environment“ 2003 veröffentlicht.

zur offiziellen Website von DoomEd


Revolution: ein „serious-mmorpg“, Teil 2

Juli 15, 2007

In dem Artikel „GDC 2007: Serious Games and Pedagogical Design„, vom 21. Februar 2007, betrachtet Eliane Alhadeff das serious-game „Revolution“.


Revolution soll eine Master-Erzählung (“master narrative”) vermeiden in der große Männe große Taten vollbringen. Das Spiel soll die Spieler Alltagsgeschichte erfahren lassen. Also leidenschaftliche Reden und Schlachten einerseits, aber auch ökonomische Enttäuschungen, politisches Desinteresse und die Banalitäten des Alltags. Revolution ist ein 3D-Multiplayer-Game und darauf ausgelegt in einer 45-minütigen Unterrichtsstunde in einer Netzwerkumgebung gespielt zu werden. Jeder Mitspieler kann mit seinem Character durch eine Stadt navigieren und mit anderen Spielen und NPC´s interagieren. Die Spieler können sowohl zusammen arbeiten als auch gegeneinander antreteten. Revolution beinhaltet eine starke narrative Komponente damit die Spieler sich besser in die historische Spielwelt hineinversetzen können. Aber die Spieler könen auch eigene Geschichten improvisieren. Revolution kombiniert Elemente von klassischen Unterrichtsrollenspielen und historischen Filmen um US-Amerikanische Geschichte in einer neuen Form zu unterrichten.

mehr zum Thema:


historiCanada – serious mod für Civilization 3

Juni 2, 2007

inspired by: HistoriCanada – Playing Games with History vom 1. Juni 2007 auf ethicalgames.wordpress.com

Nach einer kurzen googelei bin ich zum dem Ergebniss gekommen, dass es noch keinen deutschsprachigen Artikel über das Serious Game historicanada gibt…Bitte schön:

historicanada ist ein mod für das Spiel Civilization 3.
PublisherDie Erweiterung ist kostenlos und setzt nur eine Version von Civilization 3 voraus. (zum Testbericht von Civilization 3 bei pc-games.de)

Die charakteristischen Spielmechanismen der Civilization-Reihe werden in einem Artikel bei wikipedia.de beschrieben

Publisher 2K Games und die Entwickler Bitcasters werden das das Mod mit 100.000 Versionen von Civilization 3 an kanadische Schüler verteilen. (siehe dazu: „2K Games, Bitcasters Announce Educational Civ III Mod“ vom 1. Juni 2007 auf seriousgamessource.com)

get it for free

Die Amazon-Suche zeigt es an: Civ3 gibt es ab 1,69 EUR (zu den Ergebnisse der Amazon-Suche) Also nicht lange fackeln: Civ3 bestellen oder besser noch auf dem Schrank kramen. Denn irgendwo muss das doch noch rumliegen…

Der englische Teasertext des Mods frei übersetzt:

Das Spiel historicanada beginnt 1534… Ein merkwürdiger, aussehender Mann namens Jacques Cartier kommt mit seiner Mannschaft an den Ufern des Baie de Gaspé an. Er errichtet ein Kreuz dem französischen Wappen auf dem Ufer.

Für den Irokesenhäuptling Donnacona, könnten Absichten Cartiers nicht klarer sein. Aber diese Siedler führen leistungsfähige Waffen, neue Technologien mit sich und machen friedliche Versprechungen. Sie wünschen lediglich, die zwei Söhne von Donnacona zurück zu Frankreich zu nehmen.

Was würdest du tun? Die Franzosen als deine neuesten Verbündeten begrüßen? Oder deine Heimat mit extremem Vorurteil und vermutlich deinem Leben verteidigen? Was passiert dann? Du entscheidest!

Sobald ich Civ3 unter Vista zum Laufen bekommen habe werde ich einen eigenen Erfahrungsbericht posten
bis dahin verweise auf die offizielle Website: historicanada.com

historicanada.jpg

Den Spieler von HistoriCanada erhält auf der offiziellen Website zahlreiche Information über die Geschichte Kanadas.
Laut Aussage der Entwickler sind diese Informationen auch wichtig für den Spielverlauf.

Make Your Own History Game!!

mod
Dem Modpack liegt ein Editor bei mit dem Lehrer/Schüler/Studenten vorhandene Szenarien verändern oder ganz eigene Szenarien entwickeln können.