Workshop: Geschichtsdarstellung in Videospielen.

Juli 8, 2008

[…] Der Workshop versteht sich als ein Forum, auf dem bisherige bzw.
laufende Aktivitäten im Bereich der geschichtswissenschaftlichen
Analyse von Computerspielen vorgestellt und diskutiert werden können. […] Neben vielen anderen wird auch die mögliche Fragestellung erwähnt „Wie sich mit Computerspielen Geschichte vermitteln lässt“. Ich bin auf jeden Fall gespannt und hoffe auf viele bloggende und twitternde Teilnehmer!

Themenvorschläge und Abstracts (max. 500 Wörter) können bis zum 31.07.2008 an die Organisatorin Frau Prof. Dr. Angela Schwarz gesendet werden.

Zur detaillierten Veranstaltungsbeschreibung auf hsozkult: „Wenn sich Kriegsgegner wieder mit „pestverseuchten Kühen“ bewerfen, oder: Computerspiele – Geschichte – Wissenschaft

Veranstalter: Prof. Dr. Angela Schwarz FB 1 Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
Universität Siegen Adolf-Reichwein-Str. 2 57068 Siegen, Siegen
Datum, Ort: 04.12.2008-05.12.2008, Artur-Woll-Haus
Deadline: 31.07.2008

Website von Prof. Dr. Angela Schwarz

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“Kompetenzentwicklung durch Computerspiele(n)?” Teil 3

Juni 3, 2008

In der heutigen Projektarbeitsphase des Seminars “Games, Play and Education” werde ich mich mit Pattern Design beschäftigen.

Im letzten Jahr bin ich das erste Mal Recherchen für eine Kurzfilmproduktion auf das „Oregon Experiment“ von Christopher Alexander und damit auf das Thema „Pattern Design“ gestossen. Schon damals kam ich auf die Idee, „game-based-learning-pattern“ zu entwickeln. Allerdings waren meine damaligen Überlegungen sehr Inhaltszentriert. Im Gegensatz dazu möchte ich nun „Kompetenzentwicklung“ in den Fokus stellen.
Christopher Alexander: The Oregon Experiment. Oxford University Press, New York 1975.

Aus der Wikipedia über Chistopher Alexander:

[…] Mit seinem Buch A Pattern Language (Eine Mustersprache), das zusammen mit A Timeless Way of Building und The Oregon Experiment eine in theoretische Forderung, praktische Implementierung und experimentelle Umsetzung gegliederte und gleichzeitig entstandene Trilogie bildet, ist Christopher Alexander ein Architekturtheoretiker des 20. Jahrhunderts.[…]

(zum vollständigen Artikel in der Wikipedia)

Um mich in die Thematik der Patterngestaltung einzuarbeiten, werde ich ich den Text: A Pattern Language for Pattern Writing von Gerard Meszaros und Jim Doble nutzen.

Ein Pattern sollte dem Nutzer also helfen ein Problem zu lösen. Die potentiellen Nutzer meiner Pattern sind (Serious-)Gamedesigner. Diese dürften nach Lösungen suchen, wie sie mit bestimmten Gestaltungselementen bestimmte (historsche) Kompetenzen der Spieler förden können. Das bedeutet für mich, dass ich mich in die Lage eines (Serious-)Gamedesigners hineinversetzen muss um zunächst (fiktive) Probleme auflisten. Die 4 Kernprobleme orientieren sich an den Kernkompetenzen des Kompetenzmodells von Körber und Schreiber:

  1. Wie können historische Fragekompetenzen gefördert werden?
  2. Wie können historische Methodenkompetenzen gefördert werden?
  3. Wie können historische Orientierungskompetenzen gefördert werden?
  4. Wie können historische Sachkompetenzen gefördert werden?

Diese Kernprobleme werden dem Kompetenzmodell entsprechend folgender Maßen untergliedert:

1. Wie können historische Fragekompetenzen gefördert werden?

  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, eigene historsche Fragen zustellen, um auf „Verunsicherungen“/Interesse zu reagieren ?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, historische Fragestellung Anderer zu erschließen und mit „Verunsicherungen“/Interesse in Zusammenhang zu bringen ?

2. Wie können historische Methodenkompetenzen gefördert werden?

  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, Vergangenes zu re-konstruieren?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, historische Narrationen zu de-konstruieren?

3. Wie können historische Orientierungskompetenzen gefördert werden?

  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, das Geschichtsbewusstsein zu reorganisieren?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, das eigene historische Welt- und Fremdverständnis zu reflektieren und zu erweitern?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, das eigene historische Selbstverständnis zu reflektieren und zu erweitern?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, historisch fundierte Dispositionen gegenwärtiger und zukünftiger Handlungen zu reflektieren und zu erweitern?

4. Wie können historische Sachkompetenzen gefördert werden?

  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, über Begriffskonzepte/Termini zu verfügen?
  • Wie kann die Kompetenz gefördert werden, über Prinzipien/Konzepte/Kategorien/Scripts zur Strukturierung der Domäne zu verfügen?

Im nächsten Schritt werde ich mir exemplarisch die Unterpunkte eines Kernproblems vornehmen um daraus Pattern abzuleiten.


Beitragsreihe: „Kompetenzentwicklung durch Computerspiele(n)?“

April 1, 2008

nach dreimonatiger Blogpause werde ich heute eine Beitragreihe zum Thema „Kompetenzentwicklung durch Computerspiele(n)?“ starten. Im Wintersemester 2007/2008 habe ich an dem Geschichtsdidaktik-Vertiefungsseminar „Workshop Kompetenzorientierung“ unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Körber teilgenommenAus dem Veranstaltungskommentar:

[…] In Fortsetzung des Workshops aus dem letzten Semester sollen Fragen und Probleme aktueller Ansätze der Kompetenzorientierung des Geschichtsunterrichts besprochen und eigene Lösungsansätze zur Umsetzung insbes. auf der Basis des Kompetenzmodells „Historisches Denken“ (Schreiber/Körber u.a. 2006) erarbeitet und diskutiert werden.
Arbeitsform: Lektüre und Diskussion aktueller Beiträge zur Kompetenzdebatte; Erarbeitung und Präsentation eigener kompetenzorientierter Unterrichtseinheiten.
Scheinerwerbsmöglichkeit nur möglich für Vertiefungsseminar. Kenntnis des Kompetenzmodells und der Grundlinien der Diskussion wird vorausgesetzt.

In diesem Semester besuche ich das Seminar „Games, Play and Education“ von Wey-Han Tan (Diplompädagoge an der Universität Hamburg). Wey-Han Tan beschäfitigt sich bereis seit langem mit pädagischen Potential von Computerspiel (siehe dazu auch meinen Post von 27. Okotber 2007: „Challenge Everything – Das Computerspiel als (Bildungs)Medium?“)

Aus dem Veranstaltungskommentar:

Können Spiele mit Lern- oder Bildungsziel die blinden Flecken einer stratifizierten Informationsgesellschaft ausgleichen, die zunehmend nach lebenslangen, selbstständigen Lernern verlangt? Ein Spieler spielt üblicherweise intrinsisch motiviert und angstfrei, während er neues Wissen auf eine problemorientierte, hochkontextualisierte Weise erfährt und anwendet, in einer kontrollierten, künstlich geschaffenen Umgebung – und hat nicht zuletzt sogar Spaß dabei.
Wenn das faktische, praktische oder reflektive Spielwissen in einen realweltlichen Zusammenhang für den Spieler überführt werden könnte, dann hätten wir eine ideale Bildungs- bzw. Lernsituation (oder ein blutiges Massaker).
Die beeindruckende Grafik und Physiksimulation moderner Computerspiele führt aber zu einem gängigen Fehlschluß: Wir spielen Spiele nicht, weil sie so realistisch sind – sondern weil sie es eben nicht sind.
Spiele sind auf verschiedenen Ebenen wirkungsvolle Lernumgebungen, die aber ebenso voller Widersprüche stecken.

Dazu werde ich auch an der Ringvorlesung an der „Games and Beyond“ teilnehme. Die Ringvorlesung findet immer Dienstags an der HAW Hamburg statt. Mehr dazu gibt´s im Web unter: http://www.gamecitylab.haw-hamburg.de. Wie ich erfahren habe, werdem dort auch Serious Games und E-Learning thematisert.

Im Rahmen meiner Beitragsareihe werde ich versuchen das Strukturmodell von Körber und Schreiber auf Serious Games zu beziehen. Dazu werde ich natürlich einige Publikationen, die im Rahmen des Projektes „FUER Geschichtsbewusstsein“ entstanden sind nutzen. Mehr Infos zum Projekt gibt es unter: http://www.fuer-geschichtsbewusstsein.de

Kompetenzen historischen Denkens

Körber, Andreas/Schreiber, Waltraud (Hgg.):
Kompetenzen historischen Denkens. Ein Strukturmodell und Beiträge zur Entwicklung von Bildungsstandards. Neuried 2006 (im Druck).

Geschichte spielen

Witschi, Beat (Hg.): Geschichte spielen. Simulationsspiele im Geschichtsunterricht. Neuried 2006. Mit CD-ROM.


Civilization IV und Caesar IV im Geschichtsunterricht

Dezember 16, 2007

Durch die Artikel „Civilization Mods for Teaching History“ vom 05. Dezember  und “
Teaching Ancient Roman History with Civilization IV“ vom 08. Dezember edugamesblog.wordpress.com bin auf den Blog von Shawn Graham gestossen. Graham schreibt in seinem Blog Electric Archaeology: Digital Media for Learning and Research unter anderem auch über die Verwendung von Computerspielen (z.B. Civilization IV, Caesar IV und Roma Victor) im Geschichtsunterricht. Graham ist Archäologe und Dozent für Geschichte und beteiligt sich an dem „Simulating History-Project“ der Brock University. Im Rahmen des Projektes soll das Potential von Serious Games für den Geschichtsunterricht erforscht werden.

In dem Artikel „Vespasian, Civ IV, and Intro to Roman Culture“ vom 12. Mai 2007 auf planetcivilization.gamespy.com beschreibt Graham die Probleme bei seinem Einsatz von Civilization im universitären Geschichtsunterricht. Er hatte vor, den Studenten die Möglichkeit zu bieten, anstatt einen Essays zum Semesterende zu schreiben, ein Szenario in Civilization zu spielen. Kaum einer der Studenten endschied für diese neuartige Prüfungsvariante. Graham vermutet, dass seine Studenten zwar wissen wie man einen guten Essay schreibt, doch keiner von Ihnen sich vorstellen konnte, wie eine Prüfung in einem Computerspiel absolvieren oder wie man eine „gute“ Note erhalten könne.


Thinking Worlds: Eigene 3D-Objekte einbinden?

Juli 15, 2007

Im Forum von Thinking Worlds wurde heute vor einem Jahr (14. Juli 2006) die Frage gestellt, ob es möglich wäre, eigene 3D-Objekte (characters, models, objects, avatars, etc…) in die Engine von Thinking Worlds einzubinden.

Auf diese Frage wurde von einem Caspian Mitarbeiter u.a. folgende Antwort gegeben:  „This is definately something Caspian would like to do, and we are interested in trying some things out with our community.“ Außerdem wurden die User dazu aufgerufen an einem diesbezüglichen Test mitzuwirken.

Am 29. Januar 2007 wurde mitgeteilt, dass sich viele User an einem Test beteiligt hätten und man nun auf Basis der Erkenntnisse das System nun benutzerfreundlicher gestalten wolle

zum Beitrag im Forum


Die Zukunft von MAKING HISTORY

März 18, 2007

Auf der Websiste von Muzzy Lane Software (Entwickler von „MAKING HISTORY: The Calm & the Storm) ist zu lesen, dass eine neues Content-Pack die Zeit von 1750 bis 1870 behandeln wird. Dabei soll die Geschichte Nordamerikas thematisiert werden. Im speziellen: Der Sezessionskrieg, die Westexpansion und der zweite Kontinentalkongress

Desweiteren wird neben den neuen Inhalten für MAKING HISTORY auch ein neues Projekt angekündigt: LIVING HISTORY! Im Rahmen einer ganzen Spielreihe soll historisches Leben in der „first-person“ Perspektive simuliert werden. Der Spieler soll durch die Augen eines „Normalbürgers“ vergangene Epochen (vom Antiken Griechenland bis ins 19. Jahrhundert) erleben können.


Thinking Worlds: der erste Eindruck

März 16, 2007

Thinking Worls ist eine “educational games authoring engine“. Die spielen, verändern, gestalten und teilen von “educational games” ermöglicht. Es gibt auch einige vorgefertigte spielbare Themen für den Geschichtsunterricht. Zum Beispiel: Henry VIII., die Tudors, das Mittelalter, die französiche Revolution, die industrielle Revolution und der Zweite Weltkrieg.
zur Website von Thinking Worlds

Ich habe mich wie bereits erwähnt als Betatester registrieren lassen und berichte nun von meinem ersten Eindruck. Hierfür habe ich vorerst nur die Spielerseite berücksichtigt und mir einige der vorgefertigten Levels aus dem Middle-Ages-Pack angeschaut.

Demnächst werde ich Thinking Worlds von der Autorenseite aus unter die Lupe nehmen und ausprobieren, ob sich so einige der hier kritisierten Sachen beheben lassen.

Der Spieler beginnt im Atrium, einer Art Metaebene des Spiels. Dort hat er die Möglichkeit eine Spielfigur zu wählen und diese optisch zu individualisieren. Zur Auswahl stehen auch mehrere weibliche Avatare. Allerdings sind alle Avatare von moderner Optik. Die Individualisierung muss der Spieler mit Goldstücken bezahlen, die er im Spielverlauf für gelöste Aufgaben erhält. Dies könnte zumindest theoretisch eine zusätzliche Motivation zur Erfüllung der Aufgaben sein.
Dreh und Angelpunkt des Atriums ist der Teleporter. Damit kann der Spieler die einzelnen Levels anwählen. Die genaue Aufgabenstellung ist dem Spieler nicht zugänglich, lediglich Titel und die Aufgabenart des jeweiligen Levels (z.B. Der Schwarze Tod – Informationen sammeln und bewerten) sind ersichtlich.

Im Middle-Ages Pack sind 21 Aufgaben in 3 unterschiedlichen Welten mit geliefert .Es gibt keine Maussteuerung und nur mit den Cursortasten ist die genaue Steuerung der Figur schwierig. Leider hat man auch keine Möglichkeit zu springen, damit stellt auch die kleinste unebenheit oder Kante ein zu ungehendes Hindernis dar.

Die moderne Spielfigur und der Teleport von einer Metaebene (Atrium) in die Mittelalterliche Spielwelt macht es dem Spieler schwer sich mit dem Leben der historischen Personen zu identifizieren. Auch die NPC´s tragen mit Ihren Auftreten dazu bei. Sie scheinen keinen alltäglichen Aufgaben nachzugehen, sondern laufen auf vorgegebenen Wegen durch die Spielwelt. Die NPC´s sind optisch zwar historischen Personen nachempfunden, reden und verhalten sich aber nicht so, sondern antworten bereitwillig und freundlich auf die Fragen des Spielers. Einige der NPC´s sind zwar visuell zu erkennen (Stadtwache, König, etc.), eine tiefergehende Information wird dem Spieler allerdings nicht mitgeteilt. Bei anderen NPC´s erkennt man nicht einmal optisch wen oder was die Person darstellen soll. Die Information, welche die NPC´s in Gesprächen preisgeben, wirken eher wie Lehrbuchtexte und nicht wie die Aussage eines Zeitzeugen. Auch wird dem Spieler nicht deutlich, woher die NPC´s ihre Informationen über bestimmte Themen haben. In den Aussagen wird auch nicht deutlich, dass eine Stadtwache eventuell einen anderen Blickwinkel auf ein bestimmtes Thema als eine Hofdame hatte? Damit wird das Potential des Mediums verschenkt, die Multiperspektivität eines Thema aufzuzeigen.

Die Aufgaben werden dem Spieler am Beginn des Levels eingeblendet, anstatt sich aus dem Spielverlauf zu ergeben. Es gibt auch keine umfassende Hintergrundgeschichte in welche die Aufgaben eingebettet wären, oder die mehrere Aufgaben und Level narrativ miteinander verbinden würde. Der Spieler hat keine Möglichkeit eine Aufgabe abzulehnen, außer das Level in Richtung Atrium zu verlassen.

Die Gebäude und die Umgebung sind nicht sehr detailreich gestaltet. Einige der vorhandenen Gebäude sind begehbar, aber nicht eingerichtet und auch für den Spielverlauf nicht relevant. Außer den Informationen, die für die Lösung der Aufgabe erforderlich sind, gibt es in den Levels keine weiteren Entdeckungen zu machen.

Außerdem lässt sich sagen, dass die Grafik sehr altbacken und grob wirkt. Dazu fehlt bei Thinking Worlds das auditive Erlebnis: weder Sprachausgabe, Geräuschkulisse oder Musik lassen den Spieler aufhorchen.