Im Zentrum der Macht: Politik lernen mit serious games?

Schon durch den Artikel „Politikspiel aus der Genius-Reihe“ vom 25. August 2007 auf educational-gaming.de wurde ich auf das Spiel Genius im Zentrum der Macht aufmerksam. Das Spiel wurde gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Cornelsen Verlag entwickelt.

Aus der Spielbeschreibung:

Der Spieler stellt sich zur Wahl, um Bürgermeister einer kleinen Gemeinde zu werden. Nun muss er lebenspraktische Fragestellungen mit den Regeln des Rechtsstaats und der politischen Grundordnung verknüpfen. Ob Verkehrs-, Wirtschafts-, Bildungs- oder Familienpolitik – er gewinnt zusehends an Erfahrung. Mit politischer Begabung und Menschenkenntnis macht sich der Spieler auf den spannenden Marsch durch die Institutionen.

Beim Besuch der offiziellen Website von Genius ist mir aufgefallen wie altbacken Cornelsen Marketing betreibt. Die 16-46 MB großen Trailer sind nur per Download erhältlich und auch nur im mpg-Format. Schade das man dort anscheinend noch nichts vom flv-format oder Videoportalen wie youtube gehört hat, sonst hätte ich an dieser Stelle den Trailer gepostet. Besonders amüsant finde ich, dass eine Demo des Spiels nur auf CD-ROM erhältlich ist und die muss man dann auch noch per E-Mail bestellen. Da muss man ja schon ziemlich großes Interesse haben. Immerhin wurde das Spiel auf Games Convention in Leipzig am Stand der Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert. Leider habe ich auf der Website auch keinen Lehrerbereich ausfindig machen können.

Zum schlechten Abschneiden von Edutainmenttiteln aus der Geniusreihe habe ich bereits in meinen Artikel „Schlechtes Ergebnis für Edutainment-Titel“ vom 7. März 2007 berichtet. In einer Studie von Prof. Dr. Klaus P. Jahnke wurde der Fragestellung nachgegangen, wie und was der Spieler in diesen Spielen lernt…

Das kostenlose Multi-Player-Browserspiel Power of Politics bietet die Möglichkeit gegen mehr als 40.000 andere SpielerInnen anzutreten und in einen Bezirk in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine Politikerkarriere zu beginnen.

Besonders interessant ist die Verknüpfung zwischen Realität und Spielwelt. Denn reale Nachrichten aus der ganzen Welt bestimmen den Verkauf Karriere. Man kann zwischen verschiedenen Themen (Umwelt, Soziales, Wirtschaft, usw.) wählen, welche die Spielfigur in der Öffentlichkeit thematisiert. Abhängig, welche Themen in 120 deutschsprachigen Medien gerade bedeutend sind, wird sich die Popularität der Spielfigur in der Bevölkerung verändern. In dem Artikel „Power of Politics“ vom 9. November auf spielbar.de wird das Spiel vorgestellt.

Ein anderes Beispiel für die Verknüpfung zwischen realen Nachrichten und Spielinhalten habe ich anhand des Spiels Kuma War im Rahmen des Artkels „Iranische Spielperspektiven: “Befreie den Atomwissenschaftler”“ vom 21. Juli 2007 vorgestellt. Die Missionen von Kuma War beziehen sich auf reale Nachrichten.

offizielle Websites:

6 Antworten zu Im Zentrum der Macht: Politik lernen mit serious games?

  1. Ralf sagt:

    Wow, trotz der „Einschränkung“ ein so langer Text. Toll!😉

  2. Frag bitte nicht wie lange ich dafür mit einem Finger gebraucht habe…

  3. es sieht so aus als ob die Firmen, die serious games auf den Markt bringen angst davor haben als unseriös zu wirken, wenn sie die bei Computerspielern gewöhnten marketingstrategien benutzen, oder? Das alte Bild von digital natives und immigrants kommt mir dabei in den Sinn.

    Wenn ich die Beschreibung der Demovertreibung lese kommt es mir so vor als ob es auf Lehrer ausgerichtet ist.

  4. […] Ergänzend zu meinem Artikel “Im Zentrum der Macht: Politik lernen mit serious games?” vom 11. November 2007 möchte ich an dieser Stelle das Spiel SeriousPolicy erwähnen, auf […]

  5. via: „Serious Games Award verliehen“ unter http://snp.bpb.de/neu/?p=235

    „Am 6. Dezember fand in Frankfurt am Main die Verleihung des Serious Games Award statt. Den von der Hessischen Landesregierung gestifteten Preis erhielten insgesamt neun Entwickler von Computer- und Konsolenspielen.[…]“

    Unter den Preisträgern befindet sich auch „Genius – Im Zentrum der Macht“. Das Spiel erhielt den 1. Preis in der Kategorie „Bestes umgesetztes Serious-Game“.

  6. Unkas sagt:

    In dem Artikel (oder einem neuen) könnte man auch das politische Browserspiel und Wirtschaftssimulation Ars Regendi aufführen.

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