Du bekommst dein Abendbrot erst nach der nächsten Quest!

Im Rahmen der Tagung „Beam me up, Scotty“ – Digitale Lebenswelten & Impulse für die Schulwirklichkeit die am 13. und 14. April 2007 am Landesinstitut Hamburg für Lehrerbildung und Schulentwicklung stattfand, habe ich den Workshop „World of Warcraft und ewig lockt das Internet“ besucht. Der Workshop wurde von Volker Wegner ( LI Hamburg) veranstaltet.
Besonders gelungen war die praxisorientierte Präsentation von WOW: Es wurde gespielt!

Per Beamer konnten die Teilnehmer einem anwesenden Studenten (Medientechnik an der HAW Hamburg) beim Spielen von World of Warcraft zuschauen. Die Teilnehmer hatten so die Möglichkeit auch während der Spielphase Fragen an den Spieler zu richten und sich auf Nachfrage auch bestimmte Spieldetails demonstrieren zu lassen. Ziel der Demonstration war die Veranschaulichung der faszinierenden Wirkung dieses Spiels, die bereits Millionen Gamer weltweit in seinen Bann gezogen hat. Diese Faszination wurde auch immer wieder mit einer möglichen Suchtgefahr in Verbindung gebracht. Dieser Aspekt der Veranstaltung wird von mir an dieser Stelle zunächst nicht thematisiert.

In World of Warcraft warten ca. 7000 von so genannten Quests (Aufgaben/Missionen) auf den Spieler, die ihm Erfahrungspunkte und Belohnungen in Form von virtuellem Geld, Ausrüstungsgegenständen, oder anderen so genannten Items einbringen. Der Spieler erhält Erfahrungspunkte für den erfolgreichen Kampf gegen computergesteuerte Gegner. Auch für das Erkunden unbekannter Gebiete gibt es Erfahrungspunkte. Nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Erfahrungspunkten steigt der Charakter um einen Level.

Mehrere Spieler können sich mit der „Unterzeichnung“ der Gildencharta in Gilden zusammenschließen. Innerhalb einer Gilde werden Gegenstände oft günstig oder gar umsonst getauscht bzw. verschenkt. Spieler in einer Gilde können sich ergänzen. Das gemeinsame Bekämpfen eines übermächtigen Gegners wird als Raid (deutsch: Überfall, Raubzug) bezeichnet. Dieses kollaborative Spielen erfordert umfangreiche Kommunikation. Die Planung und Durchführung eines solches Raids wurde von der Workshopleitung als Projektarbeit umschrieben.
Innerhalb des Spieles können sich Spieler mit anderen Spielern ihrer Fraktion über Chatkanäle unterhalten. In diesen Kanälen wird per Text miteinander kommuniziert. Es stehen allgemeine Befehle zur Verfügung, mit denen man etwas zu allen in der Nähe stehenden Spielern sagen oder aber im gesamten Gebiet schreien kann. Des Weiteren finden sich vorgefertigte Kanäle, mit denen man zum Beispiel allgemeine Fragen stellen, Handel treiben oder die Verteidigung gegen Angreifer organisieren kann.

Direkte Kommunikation mit Spielern der gegnerischen Fraktion ist nicht möglich. Direkt Geschriebenes wird vom Spiel in unverständliches Kauderwelsch übersetzt. Um aber dennoch eine Verständigung zu ermöglichen, hat der Hersteller ein System von Emotes eingerichtet. Mit diesem können Emotionen und einfache Gesten übermittelt werden. So kann man beispielsweise die Spielfigur winken, tanzen oder sich verbeugen lassen.

Im Anschluss an die Präsentation gab es eine Diskussion in der u.a. ein potentieller Lerneffekt von WOW und Konsorten immer wieder thematisiert wurde. Denn viele der Teilnehmenden waren beeindruckt von der Komplexität des Spiels. Für die Beherrschung dieses Spiels wurde ein enormer Lernaufwand vermutet. Eine der Teilnehmerin (die im Übrigen ausgezeichnet mit dem Spiel auskannte) bemerkte, dass sie ein eigenes Erlernen des Spiels für nahezu unmöglich halte. Für besonders schwierig wurde das Chatten auf mehreren Kanälen parallel zum Spielverlauf erachtet.
Ein weiterer Aspekt war die Wertevermittlung und die sozialen Aspekte des Spiels: Neulinge werde angelernt, Gegenstände werden geteilt oder verschenkt und es wird sich gegenseitig geholfen.
Ein Lehrer regte die Thematisierung der Organisationstruktur einer WOW-Gilde im Politikunterricht an, denn hierbei könnten Vor- und Nachteile demokratischer und autokratisch geführter Gilden aufgezeigt werden.
Zwei anwesende Schüler wurden danach befragt, ob sie ähnlich faszinierende Lernspiele kennen oder gar spielen würden. Die Antwort werde ich an dieser Stelle verschweigen🙂

weitere Tagungsberichte:

  • lisarosa.twoday.net
  • loveitorchangeit.com
  • World of Warcraft im Web:

  • WOW bei Wikipedia
  • Offizielle Website (deutsch)
  • Testbericht bei PC-Games
  • Using World Of Warcraft to Teach English?
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