Harvard-Professor beschäftigt sich mit dem Spiel “making history” (Teil 2)

Niall Ferguson beschreibt in dem Artikel “How to Win a War” zunächst seine Ablehnung gegenüber den derzeitigen Liblingsspielen seiner beiden Söhne (7 und 12 Jahre), Medal of Honor: Allied Assauld, Call of Duty sowie Soldiers: Heros of the World War II, obwohl er eigentlich der Meinung ist, dass Computerspiele noch eine revolutionäre Rolle im Geschichtsunterricht einnehmen werden und gerade eine Thematisierung des zweiten Weltkrieges in Hinblick auf derzeitige globale Konflikte von besonderer Bedeutung sein könnte.
Aber die genannten Spiele wie auch andere First-Person-Shooter sind seiner Meinung nach „unhistorisch“ vielmehr orientiere sich das Gameplay mehr an militärischen Training unserer Zeit als den damaligen historischen Gegebenheiten. Außerdem seien für einen Historiker die individuellen Erfahrungen eines Soladaten auf dem Schlachtfeld eben nur einer unter vielen beachtenswerten Aspekten. Vor allem die Strategische Komponente des Konfliktes sei interessant. So zum Beispiel die ungenutzten Möglichkeiten der damaligen Akteure. Denn Ferguson interessiert sich für Fragen wie „Was wäre wenn der D-Day gescheitert wäre?“ (vgl. Ferguson: Virtual History: Alternatives and Counterfactuals, 1997).

Auch Strategiespiele wie Civilisation und Empire Earth helfen laut Ferguson in Hinblick auf solche Fragestellung dem Historiker nur wenig weiter, denn sie zeichnen eher eine „grobe Karikatur“ des historischen Prozesses. Der Spieler lerne hier vielmehr allgemeine Weisheiten, wie etwa vor einem anstehenden Kriegsbeginn die ökonomischen Fähigkeiten der kontrollierten Nation zu stärken. Dies ist laut Ferguson nichts spezifisch historisches und die historischen Spielfiguren könnten ebenso durch „Hobbits“ ersetzt werden. Im Gegensatz dazu ist Ferguson von dem Spiel making history begeistert. Er ist erstaunt über den Detailgrad, das Gameplay und die Spielbalance. Von besonderer Bedeutung ist für ihn auch die starke diplomatische Komponente des Spiels.

Ferguson startet einen Selbstversuch und testet einige Theorien und ausgeschlage Möglichkeiten.
So versucht er nun im Gegensatz zur britischen Appeasement-Politik Deutschland bereits 1938 militärisch in die Schranken zu weisen und scheitert am Ende kläglich mit einer Besatzung Englands durch die Wehrmacht. Als nächstes wechselt Ferguson die Fronten und versucht nun auf der Seite Deutschlands einen Zwei-Fronten-Krieg zu vermeiden, verzichtet allerdings auch auf einen Pakt mit den Soviets und versucht Polen im Alleingang zu erobern und scheitert abermals. Ferguson vertritt die Meinung, dass sich das Spiel hervoragend für einen Unterrichtseinsatz eignet.

Ferguson erwähnt auch den Gedanlen in Zukunft ein „game-based“-Seminar am historischen Seminar in Harvard anzubieten, nachdem ihm von einer hitzigen studentischen Diskussion über die historisch-didaktischen Möglichkeiten des Spiels Axis & Allies zu Ohren gekommen ist. Außerdem berichtet er, dass der Hersteller Muzzy Lane bereits weitere Szenarios plane, wie z.B. den Amerikanischen Bürgerkrieg, den Kalten Krieg oder den derzeitigen Krieg im Irak.

Vergleiche dazu auch meine Posts:

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