Zeitleisten im Web 2.0: Miomi, Xoumer, 99moments, memoloop und xtimeline

Karlheinz Toni (Doktorand der Fakultät für Informatik der Technischen Universität München), Richard Schreiber (Student für Angewandte Informatik an der Technischen Universität München) und Thomas Whitfield (Doktorand für Biochemie in Oxford) gewannen beim Business-Wettbewerb der UNI Oxford statt des ausgeschriebenen Preisgeldes von 5000 Pfund einen Blanko-Scheck auf einen 100 Millionen Dollar-Fonds und zwar mit einer simplen Idee, die laut tirol.orf.at bei einer Flasche Wein entstand:

“Wir haben uns überlegt, dass es einfach unglaublich interessant zu wissen wäre, was anderen Menschen in eben dem Moment geschieht, in dem wir etwas erleben” wird Karlheinz Toni auf blog.internet-briefing.ch zitiert. Die Zeitreise per Mausklick funktioniert über ein Zoom-System. Je näher man heranzoomt, desto kleiner der dargestellte Zeitraum. Die Juroren des Business-Wettbewerb, waren von der Geschäftsidee so überzeugt, dass sie dem Team über BrightStation Ventures uneingeschränkten Zugriff auf 100 Millionen Dollar gewähren – falls die Geschäftsentwicklung es erfordert. Allein die enorme Summe sorgte im Web für zahlreiche Spekulationen über die Einnahmequelle der Website. So wurde auf perfektionist.wordpress.com vermutet, dass man pro Eintrag einen Dollar zahlen müsse… Auf der Website der Kapitalgeber Bright Station Ventures ist darüber folgendes zu lesen:

Miomi is free to users but makes money through advertising and syndication partnerships.

Auf der offiziellen Website wird außerdem eine Integration von Microsoft Encarta und Wikipedia erwähnt. Zwei Studenten der Uni Hannover haben einen kleinen Kommentar in Bloglike hinterlassen, der über per Video auf ein sehr ähnliches Projekt hinweist, dass derzeit allerdings noch keine Unterstütung von Mircosoft hat:

Teil 1 auf youtube.com

Teil 2 auf youtube.com

Nachdem die Website xoumer.de inzwischen auch ein Impressum, hat sich heraus gestellt, dass das Projekt von der powerpool AG aus Hannover umgesetzt wird, wie auf deren Website powerpool-ag.com –> powerproducts –> Xoumer nachzulesen ist.

Ziel dieser Strategie ist es eine enorme Anzahl an Nachrichten-Einträgen zu speichern und diese chronologisch mit Datum, Thema und Ort des Geschehens zu sortieren und zugleich eine Lokale Filterung von Nachrichten zu ermöglichen. Endkunden sollen hierbei motiviert werden ihre persönlichen Erlebnisse wie der erste Schultag, die Hochzeit, die Geburt des Kindes oder andere wichtige oder unwichtige Erlebnisse in einem Kalender zu veröffentlichen.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass sogar Information des Konkurrenzproduktes miomi (allerdings nicht ganz aktuell noch mit ursprünglichen Projektnamen “Design The Time” bezeichnet) eingebunden werden sollen. Auf mister3h.wordpress.com werden zwei weitere Zeitleisten-Konkurrenten präsentiert:

99Moments ist ein privates Projekt, das auf dem gleichen Prinzip wie miomi basiert. [...] Das Projekt verfolgt laut den Gründern, Peter-Paul Kremser, Werner Leuteritz und Wolfgang Macalik, keine kommerziellen Interessen!

Memoloop will [...] Memos verwalten, die mit einem Zeit- und einem Ortsstempel versehen werden können/müssen.

Per RSS-Feed von geschichte-und-neue-medien.de habe ich dann von timeline erfahren:

Mit Hilfe von timeline ist der Nutzer, nach der Registrierung in der Lage, selbst zu einem beliebigen Thema eine Zeitleiste zu erstellen. Die Zeitleiste kann dann, z.B. in den eigenen Blog oder die eigene Homepage integriert werden.

Gerne hätte ich beispielhaft in diesem Post eine Zeitleiste eingefügt, aber dazu müsste mir wordpress iframes erlauben. Deshalb hier nur ein link auf eine deutschsprachige Zeitleiste “Industriekapitalismus“.

Die Websites:

weitere Artikel im Web über miomi und co:

Da ich mich momentan mit dem cms drupal beschäftige habe ich das modul timeline ausfinding gemacht. Eine Demo gibt es auf simile.mit.edu! Also: Bau dein eigenes miomi , launche deine Website schneller als miomi und xoumer und werde reich :-)

9 Antworten zu “Zeitleisten im Web 2.0: Miomi, Xoumer, 99moments, memoloop und xtimeline”

  1. Farid Kalirad sagt:

    Hallo, ich bin der Gründer von Xoumer und würde gerne auf den Inhalt Eures Beitrages eingehen. Es ist richtig, dass auf unserer Webseite Bezug auf “Design The Time” (MIOMI) genommen wird. Diesen Text haben wir aus unserem Businessplan genommen und auf unserer Webseite eingefügt und auch aus einen bestimmten Grund.

    Nämlich sind wir seit Anfanf des Jahres auf der Suche nach Investoren für unsere Idee, aber ohne großen Erfolg. Das Problem war immer, dass die Investoren von uns einen Beweis haben wollten dass unsere Idee erfolgreich wird. Kommentare wie “Wenn ihr ein Copycat wärt, dann könnten wir uns vielleicht vorstellen in die Idee zu investieren”.

    Die eigentliche Idee zu Xoumer hatten wir aber bereits im Jahr 2006 und da gab es Design The Time überhaupt nicht. Als wir dann aber 2007 von Design The Time hörten, kam uns das irgendwie zu gute, da wir den Investoren zeigen konnten dass auch andere an diese Idee glauben. Nach meiner Meinung sind die Probleme nicht die Klone im Internet wie MyVideo oder StudiVZ, sondern deutsche Investoren die meißtens nur in Copycats investieren wollen. Deutsche Investoren kann man nicht mit VCs aus dem Silicon Valley vergleichen. Und genau aus diesem Grund hatte ich mir damals überlegt ein etwas “provokantes” Video zu produzieren, damit die Kapitalgeber in DE endlich mal von ihrem Winterschlaf aufwachen sollten :-)

    Im Nachhinein muss aber leider sagen, dass Deutschland kein Land für Visionäre ist. Wenn jemand wirklich eine gute Idee hat, dann sollte man direkt in den Staaten oder wo anders nach Kapitalgebern suchen oder findet einen Business Angel der an die Idee glaubt…meißtens kriegt man dann aber nur ein paar tausend Euros…

    Eigentlich traurig, aber wer glaubt uns denn diese Story! Wohl niemand oder? In diesem Sinne Farid

  2. Jonas Wegener sagt:

    Hallo Farid, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Über deutsche Investoren teilen wir die selbe Meinung. Da hat man es als kreativer Kopf leider immer noch sehr schwer, sowahl bei Webprojekten als auch im Gamebereich…

    Was mir aber noch in den Fingern juckt, ist die Frage nach euren BETA-Test. Wie sieht es derzeit aus? Ich würde mich freuen mal meine Nase etwas weiter hinter die Startseite stecken zu dürfen…
    Gruß Jonas

  3. Farid Kalirad sagt:

    Hi Jonas,

    na klar ist das möglich. Meld dich doch mal unter http://www.xoumer.de mit Jonas Wegener an, dann schick ich dir dein Passwort zu. Leider ist die gesamte Anwendung am Anfang etwas “falsch” programmiert worden und wird jetzt erneuert, zumindest das Fundament wird neu gelegt. Zudem wird die Webseite ganz anders aussehen als das was man jetzt sieht…nur vorab: Wir sind gerade dabei eine Art Zeitleiste mit Zoom-Funktion (wie bei Google Maps) auf AJAX-Basis zu bauen….ja ich weiss MIOMI hat das auch, aber das Thema lässt eben auch durch eine Zeitleise am besten umsetzen.

  4. Jonas Wegener sagt:

    Hallo Farid,

    vielen Dank für das Angebot, ich habe ich mich schon angemeldet:
    Vorname: Jonas
    Nachname: Wegener
    E-Mail: jonas.wegener AT histucation-kontor.de

  5. weblog.histnet.ch » Blog Archive » Miomi und Co, oder: Die totale, partikularisierte Geschichte (und mehr) sagt:

    [...] Wegener von histucation hat unter dem Stichwort “Zeitleisten im Web 2.0” einige Projekte vorgestellt, die einen web-2.0-Zugang zur Geschichte anstreben. [...]

  6. Farid Kalirad sagt:

    HI Jonas,

    ich wollt dir nur bescheid geben dass ich dich erst dann freischalte wenn unsere Anwendung steht…Farid

  7. Jonas Wegener sagt:

    Hallo Farid, vielen Dank nochmal! Jonas

  8. Max Gawlich’s blog » Blog Archive » Konzept der Digitalen Geschichte? sagt:

    [...] langer Artikel auf histucation der einige Timeline-Projekte [...]

  9. Konzept der Digitalen Geschichte? « Weblog zu Netz und Geschichte sagt:

    [...] langer Artikel auf histucation der einige Timeline-Projekte [...]

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